Wassertourismus in Sachsen-Anhalt - Der Muldestausee und seine Brüder ....
 

Es geht mir wie Ihnen: wie oft habe ich mich gefragt: Wohin am Wochenende? Vielleicht ein verlängertes? Vielleicht ein Kurzurlaub? Es muß ja nicht gleich Frankreich sein ...
Nehmen wir kurzerhand Schlaitz. Wer vom Süden kommt, passiert Bitterfeld und Mitteldeutschlands mit 2500 ha künftig größten zusammenhängenden See, die Goitzsche mit ihrem weithin sichtbaren Pegelturm, das Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf mit seinen 14 Buchländen und Antiquariaten, das Örtchen Pouch, bekannt durch Faltbootbau, Schloß und Wehrturm. Und schon stehen wir an der Brücke eingangs des etwa 630 ha großen Muldestausees. Wie alles hier war das einst eine Auenlandschaft, daraus wurde 1955 der Tagebau Muldenstein und ab 1975 peu à peu der heutige Muldestausee. Rekultivierte Bergbaulandschaft.

   
   
  Zuviel für einen Tag
  Wir überqueren die Brücke, durchfahren ein großes Waldstück und biegen dahinter ab zum Heide-Camp der Familie Berger in Schlaitz. Nach einem kurzen Rundgang un einem Blick auf die Karte fällt es nicht schwer, nach einer Übernatung zu fragen. Denn: Der Campingplatz liegt nahezu in der Mitte der Seenkette Großer Goitzschesee, Muldestausee, Gremminer See mit Ferropolis, der Stadt aus Eisen und dem Bergwitzsee. Von einem Dutzend weiterer, kleinerer Seen, z.T. inmitten der Dübener Heide gelegen, gar nicht zu reden. Also, das Thema preiswerte Übernachtung wäre erledigt, das Thema Schwimmen auch, denn der Muldestausee bietet anerkannte gute Wasserqualität. Es ließe sich auch segeln, surfen, angeln, reiten, Kanu oder Faltboot fahren.
   
   
   
 
   
   
   
 
Kreisschlag in Natur und Kultur
  In weniger als einer Stunde bin ich als Motorisierter in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, der Dübener Heide, z.B. in Bad Düben mit 1000-jähriger Burg, Landschaftsmuseum und Schiffmühle. Nordöstlich davon das bekannte Bad Schmiedeberg - beide sind natürlich Kurorte - mit dem schönen Renaissancerathaus und seinem Wasserschloß. Und weil ich schon dabei bin, einen Kries in einer idyllischen Natur aus Kiefern, Buchen, Seen, Bächen und Teichen zu schlagen, wende ich mich in nördliche Richtung, besuche die Cranachhöfe der Lutherstadt Wittenberg oder die Hundertwasserschule, fahre südwestlich über das Gartenreich Wörlitz, zur Orangerie in Oranienbaum, könnte noch einen Abstecher zum Bauhaus Dessau machen un in Wolfen das Filmmuseum besuchen - von hier aus begann immerhin der Siegeszug des Farbfilms! Und weil auch Spaß sein muß, versuche ich in Altjessnitz, mich aus Deutschlands größtem und ältestem barocken Irrgarten selbst heraus zu finden. Nähme ich einen Radius meiner Rundreise, käme ich vielleicht auf 30 Kilometer. So wenig für so viel "Lustgewinn".
   
 
40 Arten unten und oben
 

Nun gut, auch Wintercamping wäre möglich in Schlaitz. Heißwasser- und Stromversorgung funktionieren ganzjährig in den modernen Sanitärgebäuden, auch die Seeklause hat ständig geöffnet, der Naturlehrpfad mit 16km Länge, Aussichtsplattformen und Schutzhütten - na, den besuchen wir lieber im Sommer, wenn die Fischadler in ihre Horste zurückgekehrt und zusammen mit den Ganzjahresgästen Seeadlerpaar sowie anderen Greifvögeln zu sehen sind.
Darauf vorbereiten lässt sich schon jetzt im "Haus am See", der vorzüglich eingerichteten Lehr-, Bildungs- und Begegnungsstätte direkt am Heide-Camp gelegen. Hier kriege ich alle Einzelheiten über das NSG "Tiefkippe Schlaitz" zu erfahren, einem Niederungsgebiet mit Biber, Wasserralle, Zwergtaucher, Rohrweihe, große Rohrdommenl oder Drosselrohrsänger, ich kann mir den Besuch von Rotem, Blauen oder Grünem See im Norden des Muldestausees vormerken, die 20 km Wanderweg um den See für mich kartieren, höre erstaunt, dass hier die größte Brutkolonie von Sturmmöwen im mitteldeutschen Raum zu finden ist, in einem Quadratzentimeter Biberfell sich 24.000 Haare zählen lassen und seit 1995 am Muldestausee 22 Fischadler ausgebrütet wurden. Ach ja: im See sind über 20 Fisch- und in der Luft über 20 Vogelarten zu finden.

Über drei Millionen Euro an Werten und Leistungen investierte bisher die Familie Berger in ihren 12 Hektar großen Heide-Camp mit DTV-5-Sterne Auszeichnung und ADAC-Anerkennung. Seit Jahren wird es ihnen auch international mit vielen festen Buchungen gedankt - dank auch einer einzigartigen Landschaft.